Mehr Bürokratie, höhere Kosten: Verbände warnen vor neuen EU-Vorgaben

Mehr Nachweise, zusätzliche Prüfungen und umfangreiche Produktdaten: Geplante EU-Vorgaben für Bauprodukte könnten den bürokratischen Aufwand für Unternehmen deutlich erhöhen – und damit auch das Bauen verteuern. 14 Verbände und Institutionen der Bau- und Fensterwirtschaft, darunter die RTG und die IVRSA, schlagen deshalb gemeinsam Alarm.

Gemeinsamer Appell an Bundesbauministerin Hubertz

In einem gemeinsamen Schreiben wenden sich die 14 Verbände und Institutionen an Bundesbauministerin Verena Hubertz. Ihre Forderung: Deutschland soll dem aktuellen Entwurf im September nicht zustimmen.

Grund für die Kritik sind die Anforderungen, die auf die Hersteller von Bauprodukten zukommen könnten. Der vorliegende Entwurf könnte deutlich mehr technische Nachweise und Prüfungen sowie zusätzliche Stoff-, Umwelt- und Produktdaten erforderlich machen.

Wenn Bürokratie das Bauen zusätzlich verteuert

Für die Unternehmen würde das nicht nur einen höheren administrativen Aufwand bedeuten. Zusätzliche Prüfungen, Dokumentationspflichten und Datenanforderungen verursachen Kosten, die sich letztlich auch auf Bauherren und Verbraucher auswirken könnten.

Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen der Bau- und Fensterwirtschaft drohen damit zusätzliche Belastungen.

Europäische Vergleichbarkeit – aber praxistauglich

Die beteiligten Verbände und Institutionen stellen das Ziel einer europäischen Vergleichbarkeit nicht grundsätzlich infrage. Sie fordern jedoch eine praxistaugliche Überarbeitung der geplanten EU-Vorgaben für Bauprodukte.

Die Anforderungen sollten europäische Vergleichbarkeit ermöglichen, ohne Mittelstand, Wohnungsbau und Sanierung durch zusätzliche Bürokratie und Kosten unnötig zu belasten.

Bild: VFF