Die Wohnungsnot ist längst kein Problem der Großstädte mehr. Hohe Mieten, steigende Kaufpreise und fehlender Wohnraum belasten immer mehr Menschen. Eine aktuelle repräsentative Umfrage zeigt nun, wie groß die Unzufriedenheit mit der Baupolitik tatsächlich ist: 79 Prozent der Deutschen sind überzeugt, dass die Bundesregierung zu wenig für bezahlbaren Wohnraum unternimmt. Für mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist das Thema inzwischen sogar entscheidend für die politische Wahlentscheidung.
Das sind zentrale Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Repräsentanz Transparente Gebäudehülle (RTG), in der auch die Industrievereinigung Rollladen-Sonnenschutz-Automation (IVRSA) Mitglied ist.
Bezahlbarer Wohnraum fehlt längst nicht mehr nur in den Metropolen. Auch in kleinen und mittleren Städten wird es für viele Menschen zunehmend schwierig, eine passende Wohnung oder ein Eigenheim zu finden.
Die Ergebnisse der RTG-Umfrage verdeutlichen das Ausmaß der Probleme:
60 Prozent der Deutschen bewerten die Situation auf dem Wohnungs- und Häusermarkt in ihrer Region als schlecht.
76 Prozent der 40- bis 49-Jährigen beurteilen die Lage negativ.
Mehr als ein Viertel der Befragten hatte zuletzt persönlich Schwierigkeiten auf dem Wohnungsmarkt.
Bei den unter 39-Jährigen berichtet sogar knapp die Hälfte von konkreten Problemen bei der Suche nach bezahlbarem Wohnraum.
Vor allem junge Menschen und Familien stehen damit vor erheblichen Herausforderungen.
Die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt hat längst auch politische Konsequenzen. Für viele Menschen wird die Frage, ob Wohnen künftig bezahlbar bleibt, zu einem wichtigen Kriterium bei Wahlen.
56 Prozent der Befragten geben an, dass bezahlbares Wohnen für ihre Wahlentscheidung wichtig ist. Bei den unter 50-Jährigen liegt dieser Anteil je nach Altersgruppe sogar zwischen 60 und 72 Prozent.
Die jüngste Abgeordnetenhauswahl in Berlin zeigt nach Einschätzung der RTG, welche politische Bedeutung das Thema inzwischen erreicht hat: Dort wurde die Partei Die Linke mit einem Wahlkampf zum bezahlbaren Wohnen stärkste Kraft.
Besonders deutlich fällt die Bewertung der bisherigen politischen Maßnahmen aus: 79 Prozent der Bundesbürger sind der Ansicht, dass die Bundesregierung nicht genug für den Bau bezahlbarer Wohnungen unternimmt.
Thomas Drinkuth, Leiter der Repräsentanz Transparente Gebäudehülle (RTG), sieht darin ein klares Warnsignal:
„Zwischen den Problemen der Bürgerinnen und Bürger und den bisherigen politischen Anstrengungen klafft offensichtlich eine gewaltige Lücke. Weiterhin sinkende Baufertigstellungszahlen und hohe Mieten und Kaufpreise belegen das Ausmaß der Herausforderung.“
Zwar arbeite die Politik daran, schnelleres und kostengünstigeres Bauen zu ermöglichen, und unterstütze den sozialen Wohnungsbau. Die bisherigen Maßnahmen reichten jedoch nicht aus, um angesichts der Baukrise spürbare Verbesserungen zu erzielen.
Die Umfrage zeigt nicht nur die Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation, sondern auch eine breite Zustimmung zu konkreten politischen Maßnahmen.
| Politische Maßnahme | Zustimmung |
|---|---|
| Planung und Genehmigung beschleunigen | 91,3 % |
| Steuerliche Förderung von Wohneigentum | 83,5 % |
| Einfachere Baustandards | 77,8 % |
| Minderung der Grunderwerbsteuer | 76,9 % |
| Unterstützung des Mietwohnungsbaus | 72,7 % |
Besonders groß ist der Wunsch nach einer Beschleunigung der Planungs-, Antrags- und Genehmigungsverfahren. Mehr als neun von zehn Befragten sehen hier dringenden Handlungsbedarf.
Auch steuerliche Entlastungen für selbstgenutztes Wohneigentum und eine Reduzierung nicht zwingend notwendiger Baustandards finden breite Unterstützung.
Für den Mietwohnungsbau wünschen sich viele Befragte bessere Förderbedingungen, beispielsweise durch staatliche Bürgschaften für die Wohnungswirtschaft.
Für die Repräsentanz Transparente Gebäudehülle sind die Ergebnisse ein deutlicher Auftrag an Bund und Länder, die Rahmenbedingungen für bezahlbares Bauen und Wohnen zu verbessern.
„Für uns sind die Ergebnisse eine klare Handlungsaufforderung an die Politiker in Bund und Ländern zu mehr Tempo und Entschlossenheit“, betont Thomas Drinkuth.
Neben einer Beschleunigung der Bauverfahren und kostengünstigeren Bauweisen seien insbesondere bessere Förderimpulse für selbstnutzende Eigentümer und die Wohnungswirtschaft erforderlich.
Drinkuth warnt davor, die politische Bedeutung der Wohnungsfrage zu unterschätzen: Ohne entschlossene Maßnahmen drohten bei kommenden Wahlen zunehmend Frustentscheidungen.
Die IVRSA ist Mitglied der Repräsentanz Transparente Gebäudehülle und bringt sich gemeinsam mit weiteren Verbänden und Unternehmen der Bauwirtschaft in den politischen Dialog ein.
Die RTG vertritt die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber politischen Entscheidungsträgern und setzt sich für geeignete bau- und energiepolitische Rahmenbedingungen ein.
Die aktuelle Umfrage unterstreicht, wie wichtig dieser Dialog ist: Bezahlbares Wohnen erfordert schnellere Verfahren, wirtschaftlich tragfähige Lösungen und verlässliche politische Rahmenbedingungen.
Die repräsentative Befragung wurde vom Meinungsforschungsinstitut Civey im September und Oktober 2026 im Auftrag der Repräsentanz Transparente Gebäudehülle (RTG) durchgeführt. Bild: KI-generiert mit ChatGPT
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